In den Jahren 1923 und 1936 verloren die meisten traditionellen Ärzte der Thaimedizin die offizielle Zulassung. In den späten 70er Jahren aber begann sich die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die traditionelle Thaimedizin zu richten.
Seit 1979 kam man in Thailand der, in der Deklaration von Alma Ata ausgesprochenen, Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach, traditionelle Medizin stärker in das nationale Gesundheitssystem einzubinden. Vor allem in entlegenen ländlichen Gebieten dienen staatliche Kräuterkliniken und traditionelle Thaimediziner der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung.
Die traditionelle Thaimedizin teilt sich seit historischer Zeit in drei Disziplinen auf. Die Therapien für den Geist durch spirituelles Heilen, die Energietherapie durch Thai-Massage und die Körpertherapie durch Diäten und Kräuterbehandlungen.
Es zeigt sich in der traditionellen Thaimedizin eine ganzheitliche Sicht auf das Problem, nicht ein allein auf enge Ursachenforschung reduzierter Untersuchungsprozess. Es werden stets die Zusammenhänge zwischen den Erkrankungen und zahlreichen möglichen Gründen für sie betrachtet.
Neben zahlreichen Faktoren wie falsche Ernährung und körperliche Überbelastung gelten auch Geisteszustände wie tiefe Trauer oder extreme Heiterkeit und extremer Zorn oder Mangel an Gleichmut als Krankheitsursachen.