Abstract
Yoga ist eines der sechs altindischen Philosophiesysteme. Der Begriff der Philosophie umfasst im alten Indien außer der theoretischen Betrachtung der Welt, die die Philosophie auch im Westen ausmacht, zusätzlich auch die Art und Weise mit ein, wie das Leben tatsächlich zu führen ist, also die praktische Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse.
Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet Yoga ursprünglich unterjochen bzw. unter Kontrolle bringen. Hierbei ist aber nicht an Unterdrückung, sondern an das Joch der Rinder gedacht, die diese für den Ackerbau und den Transport der Menschen nutzbar macht, und steht im Yogakontext für ein Beruhigen oder ein Andocken der Gedanken bzw. des Geistes.[1] Die Sanskrit-Wurzel yuj steht so nicht nur für Verbinden und Hinzufügen, für sich Konzentrieren, sondern auch für Anwenden und Benutzen.[2] Erst, wenn die selbsteinschränkenden Neigungen des Geistes überwunden, wird man seines wahren Selbst gewahr.[3]
Yoga ist eines der sechs altindischen Philosophiesysteme, die Darshanas genannt werden. Das Wissen des Yoga wurde durch Patanjali etwa 300 nach Christi Geburt in seinem klassischen Werk Yoga Sutras, welches aus den vier Teilen Samadhi Pada, Sadhana Pada, Vibhuti Pada und Kaivalya Pada[4] mit insgesamt 185 bündigen Aphorismen besteht, gesammelt, zusammengefasst und systematisiert.[5] Yoga zielt ab auf die Vereinigung des unvergänglichen Selbst (Atman) mit der ewigen Kraft (Brahman).[6]
Yoga steht innerhalb der Darshanas in besonders enger Verbindung mit dem Samkhya, welches eines der ältesten Philosophiesysteme Indiens darstellt.[7] Zu betonen ist dabei die praktische Bedeutung der indischen Philosophie. Der Begriff der Philosophie umfasst im alten Indien außer der theoretischen Betrachtung der Welt, die die Philosophie auch im Westen ausmacht, zusätzlich immer noch auch die Art und Weise mit ein, wie das Leben tatsächlich zu führen ist, also die praktische Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse.[8] Yoga übernimmt hierbei eine zentrale Rolle im Zusammenhang der anderen Systeme, verbindendet diese miteinander, da über die allen ihnen gemeinsamen praktischen Übungen des Yoga eine konkrete alltägliche Umsetzung der theoretisch-philosophischen Gedanken betrieben werden kann.[9]
© 2006 Thailin Thai Massage BerlinVgl. Christmann, V. (1992): Das Yoga-Buch. Philosophie und Praxis des Yoga. München 1992.
Vgl. Ebert, D. (1986). Physiologische Aspekte des Yoga und der Meditation. Stuttgart 1986.
Vgl. Iyengar, B. K. S. (1966): The Illustrated Light on Yoga. New Delhi 1966.
Vgl. Maharshi, R. (2001): Sei, was du bist! o. O. 2001.
Vgl. Mittwede, M. (1992). Yoga im Kontext der indischen Kulturgeschichte. Ein Überblick. In: Usarski, F. (Hrsg.): Yoga und Indien. Bonn 1992. S. 60-87.
Vgl. Mylius, K. (1983). Geschichte der Literatur im alten Indien. Leipzig 1983.
Vgl. Stück, M. (2000). Handbuch zum Entspannungstraining mit Yogaelementen in der Schule. Donauwörth 2000.
Vgl. Weiss, H. (1987): Yoga Meditation. Schulung zur Selbstverwirklichung. Eltville 1987.
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der traditionellen Thaimedizin
Philosophie und Praxis des Yoga