Abstract
Seit 1979 kam man in Thailand der, in der Deklaration von Alma Ata ausgesprochenen, Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach, traditionelle Medizin stärker in das nationale Gesundheitssystem einzubinden. Vor allem in entlegenen ländlichen Gebieten dienen staatliche Kräuterkliniken und traditionelle Thaimediziner der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung.
Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization – WHO) forderte 1978 in Alma Ata alle Länder auf, die Anwendung von Heilpflanzen in ihre Basis-Gesundheitsversorgungsprogramme aufzunehmen und auch traditionelle Ärzte, wenn möglich, in das Gesundheitssystem einzubinden um eine umfassende Abdeckung der medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu gewährleisten.[1]
In Thailand wurde dies umgesetzt, indem 1979 ein Treffen zwischen traditionellen und westlichen praktischen Ärzten sowie Universitätsprofessoren im Siriraj Hospital durchgeführt wurde, um die Stellung der traditionellen Ärzte im thailändischen Gesundheitssystem wieder zu stärken.[2] 1980 wurde von Professor Dr. Quay Ketusingh, der am Siriraj Hospital tätig war, eine private Stiftung für die Förderung der traditionellen Thaimedizin gegründet.[3]
Auch der thailändische Staat aber war mittlerweile zu einem Befürworter der Ergänzung und Kombination westlicher und traditioneller thailändischer Medizin geworden.[4] Es wurde eine kohärente Struktur der verschiedenen, zuvor miteinander rivalisierenden Theorien geschaffen, so dass eine neue traditionelle Thaimedizin entstand, die sich durch ihre Einheitlichkeit von der altertümlichen traditionellen Thaimedizin abhebt.[5]
In der Folgezeit fanden so verschiedene offizielle Seminare statt und 1989 wurde eine eigene Behörde eingerichtet, die die Wiederbelebung der traditionellen Thaimedizin und deren Integration in die öffentliche Gesundheitsversorgung gewährleisten sollte.[6]
Im siebenten nationalen Wirtschafts- und Sozialplan von 1992 bis 1996 wurde die Förderung der traditionellen Thaimedizin als Aufgabe festgehalten.[7]
Vor allem in entlegenen ländlichen Gebieten dienen staatliche Kräuterkliniken und traditionelle Thaimediziner der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung, und werden dabei sowohl vom Staat als auch von der WHO und UNICEF unterstützt.[8]
© 2006 Thailin Thai Massage BerlinBrun, V. (2003): Traditional Thai Medicine. In: Selin, H. / Shapiro, H. (Hrsg.): Medicine Across Cultures. History and Practice of Medicine in Non-Western Cultures. Boston / London 2003. S. 115-132.
Chokevivat, V. / Chuthaputti, A. (2005): The Role of Thai Traditional Medicine in Health Promotion. Working Paper. 6GCHP Bangkok Thailand 2005 7-11 August 2005 Bangkok, Thailand.
Salguero, C. P. (2003): A Thai Herbal. Traditional Recipes for Health and Harmony. Forres 2003.
WHO (1978): Declaration of Alma-Ata. International Conference on Primary Health Care, Alma-Ata, USSR, 6-12 September 1978. Internet: http://www.who.int/hpr/NPH/docs/declaration_almaata.pdf
Traditionelle Thaimedizin und westliche Medizin im Wettbewerb
Traditionelle Thaimedizin unter Einfluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Grundlagen der traditionellen Thaimedizin
Krankheitsursachen im System der traditionellen Thaimedizin